Buchtipps

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Cockwork Orange                                                                       12.08.2018 

 

 von Anthony Burgess

 

(Hörbuch)

 

 

Um vorzeitig aus der Haft entlassen zu werden, willigt Alex ein, Testobjekt eines neuen Resozialisierungsprogramms, der Ludovico-Technik, zu werden. Bei dieser Technik wird dem Protagonisten ein Serum verabreicht und er wird gezwungen sich heftige Gewaltdarstellungen anzusehen.

Alex wird Stück für Stück zu einer menschlichen Maschine umprogrammiert, so dass er wie ein Uhrwerk funktioniert und beim geringsten Gedanken an Gewalt von grausamen Schmerzen und Übelkeit übermannt wird. Wieder auf freiem Fuß, wird Alex so hilflos zu einem Spielball seiner ehemaligen Opfer, Freunde und zum Schluss auch von machthungrigen Politikern...

Die Thematik des Buches hat an Aktualität nichts verloren, obwohl Anthony Burgess dieses Buch bereits 1962 schrieb

 

Clockwork Orange ist ein Entwicklungsroman. Er zeigt die Reifung eines Menschen. Zugleich ist er ein Gesellschaftsroman, der die Frage aufwirft, wie weit der Staat durch Konditionierung in das Leben der Menschen eingreifen kann. Und weiterhin ist er ein psychologischer und philosophischer Roman, der in der Frage zur Unterscheidung von Gut und Böse auf die Entscheidungsfähigkeit und den freien Willen des Menschen setzt. Wer konditioniert ist, verliert seine Wahlmöglichkeit. Es ist zu klären, ob ein auf das Gute konditionierter Mensch ein guter ist, oder ob es nur derjenige ist, der sich frei für das Gute entscheidet.


Der erfolgreichste Roman des Anthony Burgess - man kann ihn auch als satirische Dystopie lesen/hören - ist nach wie vor lesenswert und in seiner Aktualität ewig.

 

 Keine ganz leichte Kost, aber immens einprägsam !!!

 

Monteperdido                                                                                     26.09.2018

 

von Agustín Martínez

 

Monteperdido, ein Bergdorf in den Pyrenäen. Jeder kennt jeden und im Notfall stehen sie alle zusammen. Man könnte meinen, das abgeschiedene Dorf mit Blick auf die bedrohlichen Berggipfel sei ein verschlafenes Nest, in dem nichts passiert, doch vor fünf Jahren wurden Ana und Lucia, zwei elfjährige Mädchen entführt und niemand scheint zu wissen, was mit den beiden geschehen ist. Als Ana ganz plötzlich wieder auftaucht, nimmt die Polizei die Ermittlungen wieder auf und schickt die Kommissarin Sara und ihren Kollegen in den Ort, um herauszufinden, ob Lucia noch lebt und wo sie zu finden ist.

Wie in einem abgelegenen Dorf üblich, sind viele Bewohner des Ortes miteinander verwandt und kennen sich sehr gut. Es ist nicht sehr einfach für Fremde, die verschiedenen Verbindungen untereinander zu durchschauen und das Vertrauen der Menschen soweit zu gewinnen, dass sie erzählen, was sie über das Verschwinden der Mädchen wissen.

Das Buch ist mit seinen fast 500 Seiten kein Leichtgewicht und das ist nicht nur auf das Papier bezogen. Augustin Martinez ist in Spanien ein sehr erfolgreicher Drehbuchautor und hat ein sehr gutes Gespür für beeindruckende Bilder. Die Stimmung in Monteperdido ist nicht nur durch die Menschen geprägt, es ist immer auch die Natur, die dem ganzen Geschehen zusätzlich etwas Düsteres gibt. Die dunklen Schatten der Berge, das Rauschen der Pappelwälder, das wie der bedrückende Dauerregen klingt, der schon oft den Fluss Esera zu einer tödlichen Flut hat anschwellen lassen, all das bildet die Kulisse für diese spannende Geschichte.

 

Nachdem die wichtigsten Figuren eingeführt werden, beginnt die Erzählperspektive immer schneller zu wechseln und springt zwischen vielen verschiedenen Figuren hin und her. So setzt sich fast wie bei einem Puzzle Teilchen für Teilchen das Bild der Dorfes, seiner Bewohner und nicht zuletzt des Rätsels um die verschwundenen Mädchen zusammen. Beeindruckend ist, wie Martínez das Bild von Monteperdido und seinen Bewohnern entstehen lässt. Jeder scheint ein Geheimnis zu haben und dadurch ist auch irgendwie jeder verdächtig. Immer wenn die Ermittlungen sich voran zu bewegen scheinen, passiert etwas völlig unerwartetes und wirft alle bisherigen Vermutungen über den Haufen. Gleichzeitig sind die Gefühle der Personen geradezu spürbar und decken nahezu die gesamte Bandbreite von Trauer, Angst, Wut, Liebe, Hass bis zu Verzweiflung ab. In diesem Dorf sind alle Täter und Opfer zugleich.
 

Dieser Krimi konnte mich von der ersten Seite an packen, vor allem auch deshalb, weil er nicht nur auf das Rätsel um das Verschwinden der beiden Mädchen fokussiert ist, sondern ganz hervorragend die Atmosphäre dieses abgeschiedenen Dorfes und seiner Bewohner zeichnet und darüber hinaus auch noch absolut unvorhersehbar ist.

 

Perfekte Unterhaltung für trübe Herbsttage !!!

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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